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Ratgeber › Wert & Preis

Home Staging beim Hausverkauf: Was die Quellen belegen und was nicht

Veröffentlicht am

Home Staging beim Hausverkauf: helles, aufgeräumtes Wohnzimmer mit Sofa, Beistelltisch und Pflanze, vor dem Fenster Backsteinhäuser an einem Kanal
Mit KI erstellt. Ein aufgeräumter Raum lässt sich leichter vorstellen.

Ob Home Staging beim Hausverkauf den Preis erhöht oder den Verkauf beschleunigt, belegen unabhängige Quellen kaum. Die aussagekräftigste Zahl, die wir finden konnten, stammt aus einer Befragung von US-Maklern und gibt deren Eindruck wieder. Gemessene Verkaufsergebnisse liegen ihr nicht zugrunde. Für Deutschland fanden wir keine Untersuchung, die Preis oder Verkaufsdauer mit und ohne Staging vergleicht.

Kurz gesagt

Knapp die Hälfte der befragten US-Makler auf Verkäuferseite sieht durch Staging einen höheren Preis, mehr als die Hälfte eine kürzere Vermarktungszeit. Ein Fünftel sieht keinen Preiseffekt, ein Drittel weiß es nicht. Die Behauptung „bis zu 15 Prozent mehr“ stammt von einem Finanzierungsportal und nennt keine Methode. Aufräumen, Reinigen und kleine Reparaturen kosten wenig. Bezahltes Staging lohnt nur, wenn der erhoffte Mehrerlös die Rechnung deutlich übersteigt.

ZENVAR aus Meerbeck ist kein Makler und erstellt keine Gutachten. Über die kostenlose Anfrage vermitteln wir einen Makler, der Ihre Immobilie vor Ort einschätzt. Er bezahlt uns dafür. Ob Sie ihm den Auftrag geben, entscheiden Sie. Dieser Beitrag ersetzt keine Beratung.

Drei Quellen unterschiedlicher Belastbarkeit

Wer nach Zahlen zu Home Staging sucht, findet vor allem Seiten von Anbietern, Portalen und Maklern, die am Verkauf verdienen. Wir haben drei Quellen gelesen.

Quelle Art Aussage Belastbarkeit
National Association of Realtors, Profile of Home Staging 2019 Online-Befragung von 2.076 US-Maklern Eindruck der Makler zu Preis und Vermarktungszeit Einschätzungen, kein Vergleich gestagter und ungestagter Verkäufe
TU Wien, Masterarbeit Raphael Amon (2023) Fünf Experteninterviews in Wien Nutzen von Home Staging aus Maklersicht, im Abstract keine Zahlen zu Preis oder Dauer Qualitativ, kleine Stichprobe
Baufi24 in cash-online (2017) Aussage des Geschäftsführers „bis zu 15 Prozent höherer Marktpreis“, „viel schneller“ verkauft Keine Methode, keine Stichprobe, keine Zeitangabe
Quellen: NAR, 2019 Profile of Home Staging (März 2019); TU Wien, repositum; cash-online vom 04.10.2017. Abgerufen 11.10.2026.

Was die Maklerbefragung zeigt

Die NAR befragte im Februar 2019 aktive Makler. Von 48.728 Eingeladenen antworteten 2.076, die Rücklaufquote lag bei 4,2 Prozent. Der Bericht wertet Makler, die Verkäufer vertreten, getrennt von Maklern auf Käuferseite aus. Von den Maklern auf Verkäuferseite nannten 22 Prozent einen Preisanstieg von 1 bis 5 Prozent, 17 Prozent von 6 bis 10 Prozent, 7 Prozent einen noch höheren. 19 Prozent sahen keinen Einfluss auf den Preis, 33 Prozent wussten es nicht. Einen negativen Preiseffekt nannte niemand.

Bei der Vermarktungszeit sehen 28 Prozent eine leichte und 25 Prozent eine deutliche Verkürzung. 12 Prozent sehen keinen Einfluss, jeweils 9 Prozent eine leichte oder deutliche Verlängerung, 18 Prozent wissen es nicht. Der Median der Staging-Ausgaben liegt laut Bericht bei 400 US-Dollar.

Warum diese Zahlen Ihren Preis nicht vorhersagen

  • Die Befragten schätzen ein. Dasselbe Haus wurde nicht einmal gestagt und einmal ungestagt verkauft.
  • Nur 4,2 Prozent der Eingeladenen antworteten. Wer antwortet, unterscheidet sich möglicherweise von denen, die schweigen.
  • Makler haben ein eigenes Interesse an erfolgreichen Verkäufen und am Staging als Verkaufsargument. Markt, Hauskultur und Kosten in den USA unterscheiden sich von Hamburg.
  • Gestagt werden meist Häuser, bei denen der Eigentümer ohnehin investiert und aktiv vermarktet. Ob der Effekt vom Staging oder vom Einsatz insgesamt kommt, bleibt offen. Die Studie prüft das nicht.

Die Wiener Masterarbeit zeigt Erfahrungen von fünf Maklern. Preise untersucht sie im Abstract nicht. Die Aussage von Baufi24 ist eine Behauptung ohne Datengrundlage, wir übernehmen sie nicht.

Was Home Staging beim Hausverkauf kostet

Für Deutschland haben wir keine unabhängige Kostenquelle gefunden. Die Preislisten, die wir sahen, stammen von Anbietern und sind ungeprüft, deshalb nennen wir keine Euro-Spanne. Die 400 US-Dollar der NAR sind ein Median aus den USA und lassen sich nicht auf Hamburg übertragen.

Eine Rechnung hilft mehr. Bei einem Kaufpreis von 500.000 Euro entspricht ein Prozent 5.000 Euro. Kostet das Staging 3.000 Euro, müsste es den Preis um mindestens 0,6 Prozent heben, damit Sie nichts draufzahlen. Zeitgewinn und eingesparte Zinsen sind dabei nicht eingerechnet. Lassen Sie sich Angebote schriftlich geben, mit Leistungsumfang, Möbelmiete und Dauer der Vermarktung.

Was Sie ohne Dienstleister tun können

Studien stützen die folgenden Hinweise nicht, sie stammen aus der Besichtigungspraxis. Sie kosten vor allem Zeit.

  • Persönliche Gegenstände und Überflüssiges aus den Räumen nehmen, Flächen und Fensterbänke freiräumen.
  • Fenster und Böden zuerst gründlich reinigen, vor den Fotos und vor jeder Besichtigung lüften.
  • Kleine Mängel beheben: tropfende Wasserhähne, lose Türgriffe, defekte Leuchtmittel, Löcher in der Wand.
  • Räume neutral und hell lassen, Wände nur bei starken Farben oder Schäden streichen.
  • Fotos bei Tageslicht aufnehmen. Digital eingefügte Möbel gehören im Exposé gekennzeichnet, sonst enttäuscht die Besichtigung.

Welche Unterlagen Käufer zusätzlich sehen wollen, zeigt der Beitrag Unterlagen zum Hausverkauf. Wie der gesamte Ablauf aussieht, steht in Immobilie verkaufen in Hamburg, die weiteren Kosten rechnet Nebenkosten beim Hausverkauf in Hamburg vor.

So entscheiden Sie

  1. Räumen Sie auf, reinigen Sie und beheben Sie Mängel. Das ist der günstigste Teil und wirkt auf den Fotos wie bei der Besichtigung.
  2. Fragen Sie den Makler, welche Objekte er gestagt hat und was sie erzielten. Lassen Sie sich Angebotspreis, Verkaufspreis und Vermarktungsdauer nennen. Wie Sie Angebote einordnen, zeigt Immobilie schätzen lassen in Hamburg.
  3. Holen Sie Angebote für bezahltes Staging ein und rechnen Sie den Mindest-Mehrerlös aus.
  4. Beauftragen Sie es höchstens, wenn Leerstand oder stark veraltete Einrichtung die Räume schwer vorstellbar machen. Bei einem bewohnten, gepflegten Haus ist der Nutzen vermutlich am kleinsten.

Häufige Fragen

Lohnt sich Home Staging beim Hausverkauf?

Unabhängige Quellen beantworten das nicht sicher. Knapp die Hälfte der befragten US-Makler auf Verkäuferseite sieht einen höheren Preis, ein Drittel weiß es nicht. Aufräumen und Reparieren lohnt in den meisten Fällen, bezahltes Staging nach einer Rechnung.

Was kostet Home Staging?

Für Deutschland nennen wir keinen Betrag, weil wir keine unabhängige Kostenquelle gefunden haben. Die NAR nennt für die USA einen Median von 400 US-Dollar. Holen Sie schriftliche Angebote ein.

Bringt Home Staging mehr Geld?

In der NAR-Befragung nennen 22 Prozent der Makler auf Verkäuferseite 1 bis 5 Prozent, 17 Prozent 6 bis 10 Prozent Preisanstieg. Die Aussage „bis zu 15 Prozent“ aus einem Portalartikel von 2017 nennt keine Datengrundlage.

Wer zahlt das Staging, ich oder der Makler?

Das verhandeln Sie. Klären Sie vor der Beauftragung schriftlich, wer die Kosten trägt und was bei erfolglosem Verkauf gilt.

Quellen

  • National Association of Realtors: 2019 Profile of Home Staging (März 2019). nar.realtor (abgerufen 11.10.2026)
  • Technische Universität Wien: Raphael Amon, Der Home Staging Markt in Wien, Masterarbeit 2023. repositum.tuwien.at (abgerufen 11.10.2026)
  • cash-online: Immobilienverkauf: Höhere Preise durch bessere Inszenierung (04.10.2017). cash-online.de (abgerufen 11.10.2026)